Neben dem Platz vor Sak’s Haus ergab es sich gelegentlich, daß wir auf dem Platz im Seadragon, der Bungalowanlage, in der ich wohnte, trainierten. Lek, mein freundlicher Nachbar, ein ehemaliger Thaiboxer, zeigte mir sehr viel nützliche Strategien gegen größere Kämpfer. Denn  er selbst war ziemlich lang und hager, hatte sehr spitze, scharfe Ellbogen und Knie – also so ein knorriger , kantiger und knochiger Typ. Nun, im Laufe einer Sparringssession – nur mit Sandsackhandschuhen (weil wir keine anderen hatten) brachte er mir etwas über Ducken, Pendeln – also das Ausweichen (Gan Lob) bei. Was beim reinen Boxen wesentlich gefahrloser ist, muß das beim Muay Thai im Hinblick auf den speziellen Infight (Clinch, Knie, Ellbogen) etwas anders eingesetzt werden. Ich lernte das unter anderem, weil er mir bei meinem Abduckmanöver sein Knie auf ’s Näschen platzierte. Also Bruch der Nase und vorläufiges Ende der Session. Naja, so etwas prägt sich eben besser ein als bloße Theorie. Wir redeten viel und es hat sich mittlerweile eine super Clique gebildet, in der ich  auch Tim kennenlernte. Tim wurde dann meine erste Frau, d.h. wir haben richtig geheiratet und verstanden uns sehr gut – schöne Zeit. Nach einer  Weile beschlossen wir dann eine Bar zu eröffnen – jaaa, der Klassiker :-). Somit wurde ich der jüngste Barbesitzer unter den ersten zehn Bars in Patong Beach, aber vorher hatte ich genügend Zeit mir das nötige „Know How“ anzueigenen und mit der Erfahrung von Tim – sie war elf Jahre älter als ich, sprach „American English“ – und hatte jede Menge Erfahrung aus Bangkok während des Vietnamkrieges im Gepäck. Damit konnte kaum was schief gehen und so war es dann auch, der Laden lief gleich vom ersten Tag an. Wir hatten ’ne große Eröffnungszeremonie mit Mönchen und danach natürlich ’ne riesige Party. Und weil alles so gut lief, war die neue Option für mich, einfach länger zu bleiben. Denn ursprünglich hatte ich wegen meines finanziellen Budgets erst einmal ein Jahr ins Auge gefasst. Aber das war natürlich viel besser, zumal ich mich hier gleich wie zuhause fühlte. Nichts wirkte auf mich befremdlich und vom besagten „Kulturschock“ merkte ich auch nichts. Ich lernte die Sprache sehr gern und deswegen auch schnell. Und damit kamen dann auch neue Entwicklungen….

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